Wörterbuch lexikologischer Termini

Das Wörterbuch enthält die lexikologischen Termini, die Deutschlerner verstehen müssen/sollten, wenn sie sich auf ein Studium an einer deutschen Hochschule vorbereiten wollen.

Abkürzungsverzeichnis

A - Antonym
Adj. - Adjektiv
Adv. - Adverb
Bed. - Bedeutung
Bsp. - Beispiel
S - Substantiv
Sy - Synonym



A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z



  • Abk.
    Bed.: schriftsprachliche Abkürzung zu Abkürzung

  • Abkürzung - S: die;-;-en - Abkürzung: Abk.
    Bed.: die Kürzung eines Wortes oder einer Wortgruppe auf einige Buchstaben; fast ausschließlich in der geschriebenen Sprache
    Bsp.: u.a. (unter anderem); bzw. (beziehungsweise)
    Tipps: Beachten Sie den Unterschied zum Kurzwort.
    Achten Sie auf die unterschiedliche Verbindlichkeit von Abkürzungen.
    Abkürzungen, die für mehr als ein Wort stehen, sollten am Satzanfang nicht verwendet werden. Beginnen Sie also einen Satz nicht: "Z.B. werden ...", sondern beginnen Sie: "Zum Beispiel werden ..."

  • Allgemeinsprache - S: die;-;-n - Zus.: Sprache - A: Fachsprache
    Bed.: die Gesamtheit der sprachlichen Mittel zur Kommunikation im Alltag

  • Anglizismus - S: der;-s;-men
    Bed.: ein Wort, das aus der englischen Sprache übernommen wurde und dessen Herkunft noch erkennbar ist
    Bsp.: der Chat, die Lifeshow, die Paycard, tunen
    Tipps: Vermeiden Sie die inflatorische Verwendung von Anglizismen. Verwenden Sie sie nur dort, wo es unbedingt nötig ist, z.B. wenn es kein entsprechendes deutsches Wort gibt oder wenn es sich um ein Fachwort handelt.

  • antonym - Adj./Adv. - A: synonym - S: Antonym, Antonymie - Sy: antonymisch

  • Antonym - S: das;-s;-e - Adj.: antonym, antonymisch - S: Antonymie - Sy: Gegenwort - A: Synonym
    Bed.: Wörter mit gegensätzlichen Bedeutungen
    Bsp.: groß - klein; ankommen - abfahren; der Schüler - der Lehrer; innerhalb - außerhalb
    Tipps: Antonyme sollten von Negationen unterschieden werden; nicht blau ist nicht das Antonym von blau.

  • Antonymie - S: die;-;kein Plural - Adj.: antonym, antonymisch - A: Synonymie

  • antonymisch - Adj./Adv. - S: Antonym - Sy: antonym - A: synonymisch

  • Archaismus - S: der;-;-men
    Bed.: ein veraltetes Wort, das heute zwar meistens noch verstanden, aber nicht mehr verwendet wird; vgl. Historismus
    Bsp.: itzt (jetzt), Eidam (Schwiegersohn), Knabe (Junge)
    Tipps: Verwendet werden Archaismen heute mit besonderer stilistischer Absicht, sie wirken gehoben bis pathetisch, aber auch ironisch

  • Dialekt - S: der;-s;-e - S: Dialektismus - Sy: Mundart
    Bed.: eine (vor allem gesprochene) Form der Sprache, die nur in bestimmten Regionen verwendet wird
    Bsp.: Thüringisch, Hessisch, Bairisch
    Tipps: Dialekt sollte/darf in der offiziellen Sprache nicht verwendet werden.

  • Dialektismus - S: der;-;-men - S: Dialekt
    Bed.: ein Wort, das innerhalb eines Dialekts verwendet wird
    Bsp.: Ostfränkisch: Fra (Frau), Knoetsch (Kartoffelbrei), Göker (Hahn)

  • Eigenname - S: der;-n;-n - Zus.: Name
    Bed.: der Name einer Person, einer Firma, einer Marke, einer Stadt, eines Flusses usw.
    Bsp.: Friedrich Schiller, Siemens, Pampers, Dresden, Elbe
    Tipps: Verwenden Sie Eigennamen in einem Text nur, wenn sie bekannt sind. Wenn Sie der Meinung sind, sie sind nicht bekannt, nutzen Sie z.B. die Apposition zur Erklärung.

  • Fachsprache - S: die;-;-n - Zus.: Sprache - A: Allgemeinsprache, Alltagssprache, Gemeinsprache
    Bed.: die Gesamtheit der sprachlichen Mittel zur Kommunikation innerhalb eines Fachgebiets
    Bsp.: Fachsprache der Medizin, Fachsprache der Wirtschaft usw.

  • Fachwort - S: das;-s;-wörter - Zus.: Wort - Sy: Terminus
    Bed.: ein Wort, dessen Bedeutung durch eine Definition festgelegt ist und das in der Regel innerhalb einer Fachsprache verwendet wird
    Bsp.: die Appendizitis (als Fachwort der Medizin) - die Ware (als Fachwort der Wirtschaft)
    Tipps: Ersetzen Sie Fachwörter in Fachtexten nicht durch vermeintlich bedeutungsgleiche Wörter der Allgemeinsprache.
    Verwenden Sie in der Alltagssprache nur dann Fachwörter, wenn Sie sicher sind, dass die Leser sie verstehen bzw. wenn Sie sie (z.B. durch eine Apposition, einen Relativsatz) erklären.

  • Fremdwort - S: das;-s;-wörter - Zus.: Wort
    Bed.: ein Wort, das aus einer fremden Sprache übernommen wurde und dessen fremde Herkunft noch erkennbar ist
    Bsp.: die Mixedpickles, der Cousin, adagio, das Novum, der Talisman
    Tipps: Verwenden Sie Fremdwörter nur dort, wo sie einen Sinn haben; vermeiden Sie vor allem das so genannte Denglish.

  • Funktionsverbgefüge - S: das;-s;- - Zus.: Gefüge - Abk.: FvG
    Bed.: eine Verbindung aus einem Substantiv und einem Verb, wobei das Substantiv die Bedeutung der Verbindung trägt und das Verb seine Bedeutung weitgehend verliert; es hat meistens nur die Funktion, die Verbindung grammatisch zu einem Verb zu machen (Funktionsverb); Liste
    Bsp.: eine Frage stellen ® fragen - ein Gespräch führen ® sprechen
    Tipps: FvG klingen häufig offiziell, sie werden deshalb seltener in der Alltagssprache verwendet.
    FvG werden häufig verwendet, um eigentlich belanglose Sachverhalte als wichtig darzustellen.
    FvG sind verfestigt und sollten nicht verändert werden (Kritik üben, nicht: Kritik trainieren).
    FvG können nicht mit einem anderen Satz zusammengezogen werden (nicht: Er nahm das Ergebnis zur Kenntnis und die Tasche mit.)

  • FvG - Abk.
    Bed.: schriftsprachliche Abkürzung zu Funktionsverbgefüge

  • Gegenwort - S: das;-s;-wörter - Zus.: Wort - Sy: Antonym

  • Grundwort - S: das;-s;-wörter - Zus.: Wort - A: Bestimmungswort
    Bed.: der 2. Bestandteil eines zusammengesetzten Wortes (Kompositum); trägt die allgemeine Bedeutung der Zusammensetzung
    Bsp.: Fachsprache - Bestimmungswort: Fach, Grundwort: Sprache

  • Historismus - S: der;-;-men
    Bed.: ein Wort, das etwas bezeichnet, das heute nicht mehr existiert; vgl. Archaismus
    Bsp.: Brückenzoll, Lochkarte, Vasall
    Tipps.: Historismen sollten nur verwendet werden, wenn Dinge aus der Geschichte bezeichnet werden.

  • homonym - Adj./Adv. - - S: Homonym, Homonymie

  • Homonym - S: das;-s;-e - Adj.: homonym - S: Homonymie
    Bed.: eine sprachliche Form, der mehrere Bedeutungen zugeordnet werden, die keine Beziehungen zueinander haben
    Bsp.: der Kiefer (1): Knochen im Kopf mancher Lebewesen; die Kiefer (2): ein Nadelbaum
    Tipps: In der Regel wird durch den Kontext bestimmt, um welche Form (1) oder (2) es sich in einem Satz handelt. ("Kiefern werden in der Möbelindustrie verwendet." ® nur (2) möglich)

  • Homonymie - S: die;-;kein Plural - Adj.: homonym

  • Internationalismus - S: der;-;-men
    Bed.: ein Wort, das in gleicher oder ähnlicher Form mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung in mehreren Sprachen verwendet wird
    Bsp.: die Energie (dt.), energy (engl.), énergie (frz.), energia (pol.), energie (tschech.), energia (ung.)
    Tipps: Die sinnvolle Verwendung von Internationalismen kann die Verständlichkeit eines Textes erleichtern.

  • Kompositum - S: das;-s;-ta - Sy: Zusammensetzung
    Bed.: eine Verbindung von zwei Teilen zu einem neuen Wort, wobei diese Teile selbst wieder zusammengesetzt sein können und die beiden Teile als selbstständige Wörter in der Sprache existieren
    Bsp.: Sprache+Kurs ® Sprachkurs - Anfänger+Sprachkurs ® Anfängersprachkurs
    Tipps: Nutzen Sie die Möglichkeit, einen Bindestrich zwischen die Teile eines Kompositums zu setzen, um es besser lesbar zu machen (Bsp.: Mehrzweck-Küchenmaschine).
    Vermeiden Sie Komposita, die aus mehr als vier Teilen bestehen (z.B. Überseereichweitenfernsehrichtfunkverbindung), sie sind sehr schwer verständlich.

  • Kontext - S: der;-s;-e
    Bed.: der sprachliche/außersprachliche Zusammenhang, in dem Wörter/Sätze verwendet werden
    Tipps: Beachten, dass der Kontext nicht immer die Bedeutung der Wörter eindeutig festlegt, z.B. bei Homonymen.

  • Kurzwort - S: das;-es;-wörter - Zus.: Wort
    Bed.: die Verkürzung eines Wortes auf einen seiner Teile
    Tipps: Achten Sie auf den Unterschied zur Abkürzung.
    Kurzwörter sind oft umgangssprachlich: die Universität ® die Uni
    Sie sind aber auch oft die normalen Bezeichnungen, das vollständige Wort ist dann z.B. veraltet oder ungebräuchlich: der Autobus/der Omnibus ® der Bus; das Laboratorium ® das Labor

  • Lexik - S: die;-;kein Plural - Adj.: lexikalisch - Sy: Wortschatz
    Bed.: alle Wörter (einer Sprache, einer Unterrichtslektion u.Ä.)

  • lexikalisch - Adj./Adv. - S: Lexik

  • Metapher - S: die;-;-n - Adj.: metaphorisch
    Bed.: ein Sprachbild, bei dem ein Wort nicht in seiner wörtlichen/konkreten, sondern in einer übertragenen/bildlichen Bedeutung gebraucht wird
    Bsp.: der Fuchs: das Waldtier (wörtliche Bedeutung) - ein schlauer Mensch (übertragene Bedeutung)
    Tipps: Verwenden Sie nur solche Metaphern, die durchschaubar sind.

  • metaphorisch - Adj./Adv. - S: Metapher

  • Mundart - S: die;-;-en - Sy: Dialekt

  • Nachsilbe - S: die;-;-n - Sy: Suffix - A: Vorsilbe, Präfix

  • Oberbegriff - S: der;-s;-e - Zus.: Begriff
    Bed.: ein allgemeiner Begriff, unter dem man andere Begriffe (Unterbegriffe) zusammenfassen kann
    Bsp.: "Lebewesen" ist der Oberbegriff für Menschen, Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen.
    Tipps: Oberbegriffe spielen bei Begriffserklärungen, Definitionen und Gliederungen eine wichtige Rolle.

  • pejorativ - Adj./Adv.
    Bed.: abwertend; mit einer negativen Bewertung
    Bsp.: das Weib; "fressen" statt "essen"; viele Tiernamen zur Bezeichnung von Menschen

  • Phraseologie - S: die;-;-n - S: Phraseologismus - Adj.: phraseologisch

  • phraseologisch - Adj./Adv. - S: Phraseologie, Phraseologismus

  • Phraseologismus - S: der;-;-men - S: Phraseologie - Adj.: phraseologisch
    Bed.: eine feste Verbindung von Wörtern, die zum Teil ihre eigene Bedeutung aufgeben und im Zusammenhang mit den anderen Teilen eine neue Bedeutung bekommen
    Bsp.: zur Diskussion stellen ® das Verb "stellen" gibt seine Bedeutung auf

  • präfigiert - Adj./Adv. - S: Präfix, Präfigierung
    Bed.: mit Präfix
    Bsp.: weggehen ist ein präfigiertes Verb

  • Präfix - S: das;-;-e - Adj.: präfigiert - Sy: Vorsilbe - A: Suffix, Nachsilbe
    Bed.: ein Mittel der Wortbildung, das vor einen Wortstamm tritt und dadurch ein neues Wort bildet; Liste
    Bsp.: schlafen ® einschlafen - das Glück ® das Unglück

  • Simplizium - S: das;-s;-zia
    Bed.: ein Wort, das nicht mithilfe der Methode der Wortbildung gebildet wurde
    Bsp.: (das) Haus - rot - gehen

  • Sprichwort - S: das;-s;-wörter (Eigentlich müsste der Plural "Sprichworte" heißen!)
    Bed.: ein Satz, der über seine konkrete Bedeutung hinaus eine allgemeine Bedeutung hat, die auf Volkserfahrungen/Volksweisheiten zurückgeht
    Bsp.: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

  • Stamm - S: der;-s;Stämme
    Bed.: der Grundbestandteil eines Wortes, der mithilfe der Methode der Wortbildung durch Präfixe und Suffixe erweitert werden kann
    Bsp.: die Belehrung ® be-lehr-ung

  • Stoffbezeichnung - S: die;-;-en - Zus.: Bezeichnung
    Bed.: eine Bezeichnung für einen festen, flüssigen oder gasförmigen Stoff
    Bsp.: (das) Wasser, (der) Stahl, (das) Gas
    Tipps: Stoffbezeichnungen werden vor allem im Singular ohne Artikel verwendet.
    Im Plural werden sie nur dann verwendet, wenn Stoffarten bezeichnet werden.
    Negiert werden Stoffbezeichnungen durch das Negationswort "kein".

  • Suffix - S: das;-;-e - Sy: Nachsilbe - A: Präfix, Vorsilbe
    Bed.: ein Mittel der Wortbildung bzw. der grammatischen Formenbildung (Deklination, Konjugation, Komparation), das hinter den Wortstamm tritt und ein neues Wort bzw. eine bestimmte grammatische Form des Wortes bildet
    Bsp.: Monat ® monatlich - gehen ® du gehst - der Student ® die Studenten

  • synonym - Adj./Adv. - A: antonym - S: Synonym, Synonymie - Sy: synonymisch

  • Synonym - S: das;-s;-e - Adj.: synonym, synonymisch - A: Antonym
    Bed.: verschiedene Wörter mit gleichen oder ähnlichen Bedeutungen
    Bsp.: etwa, zirka, ungefähr, rund

  • Synonymie - S: die;-;kein Plural - S: Synonym - Adj.: synonym, synonymisch - A: Antonymie

  • synonymisch - Adj./Adv. - A: antonymisch - S: Synonym, Synonymie - Sy: synonym

  • Tautologie - S: die;-;-n - Adj.: tautologisch
    Bed.: eine Doppelbildung von Wörtern oder Wortgruppen, die eigentlich schon das Gleiche bedeuten
    Bsp.: das Handytelefon, ein großer Riese

  • tautologisch - Adj./Adv. - S: Tautologie

  • Terminologie - S: die;-;-n - S: Terminus - Adj.: terminologisch - Sy: Fachwortschatz
    Bed.: die Gesamtheit der Termini einer Fachsprache

  • Terminus - S: der;-;-ni - S: Terminologie - Adj.: terminologisch - Sy: Fachwort

  • terminologisch - Adj./Adv. - S: Terminologie, Terminus

  • Umgangssprache - S: die;-;-n - Zus.: Sprache
    Bed.: die Gesamtheit der sprachlichen Mittel zur privaten Kommunikation in der Familie, mit Freunden u.Ä.
    Bsp.: umgangssprachliche Mittel: kriegen (statt: bekommen); "Was machstn da?" (statt: "Was machst du denn da?"); nee (statt: nein)

  • Unterbegriff - S: der;-s;-e - A: Oberbegriff

  • Vorsilbe - S: die;-;-n - A: Nachsilbe, Suffix - Sy: Präfix

  • Wort - S: das;-s;Wörter - Adj.: wörtlich
    Bed.: eine Einheit aus einer Form und einer Bedeutung; kann in einem Satz verwendet werden
    Bsp.: das Haus - gehen - gut - sehr - ich - fünf - für - das A

  • Wortbildung - S: die;-;-en - Zus.: Bildung
    Bed.: die Bildung neuer Wörter aus bereits vorhandenen deutschen oder fremden Sprachelementen

  • Wortfeld - S: das;-s;-er - Zus.: Feld
    Bed.: eine Gruppe von Wörtern einer Sprache, die inhaltlich miteinander verbunden sind, weil sie Gleiches oder Ähnliches bezeichnen
    Bsp.: Wortfeld der Farbbezeichnungen: rot, grün, blau, tiefrot, blutrot, himmelblau, saharagelb, rubinrot usw.

  • Wortschatz - S: der;-es;-schätze (Plural unüblich) - Sy: Lexik

  • Zusammensetzung - S: die;-;-en - Sy: Kompositum